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Zweitwohnsitz – Was ist zu beachten?

Obgleich die meisten Menschen nur einen Wohnsitz haben, kann ein Zweitwohnsitz durchaus ein Thema sein. Unter anderem Pendler nehmen sich zuweilen eine sogenannte Nebenwohnung zusätzlich zu ihrer Hauptwohnung und führen somit zwei voneinander getrennte Haushalte. Dass dies mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, bleibt nicht aus, aber in manchen Lebenssituationen erweist es sich dennoch als beste Lösung. Abgesehen vom Aufwand einer doppelten Haushaltsführung ist die damit verbundene Bürokratie zu beachten, die Inhaber einer Zweitwohnung immer wieder vor große Herausforderungen stellt. Dementsprechend kommt regelmäßig die Frage auf, was in Zusammenhang mit einem Zweitwohnsitz zu beachten ist.

Definition Zweitwohnsitz

Um die Formalitäten regeln zu können, die mit einem Zweitwohnsitz einhergehen, muss man erst einmal wissen, was das genau ist. Im Beamtendeutsch ist hier zuweilen auch von einer Nebenwohnung die Rede, die klar von der Hauptwohnung abzugrenzen ist. Im deutschen Melderecht ist diese Differenzierung von großer Bedeutung und immer dann erforderlich, wenn ein Bürger mehr als eine Wohnung im Inland nutzt. Im Ausland befindliche Wohnsitze werden dahingegen außer Acht gelassen. Wer also in Deutschland mehr als eine Wohnung nutzt, hat unweigerlich auch einen Zweitwohnsitz. Die Wohnung, die den Lebensmittelpunkt darstellt, wird als Hauptwohnsitz definiert. Die übrigen Wohnungen sind somit Nebenwohnungen und fallen dementsprechend in die Kategorie der Zweitwohnsitze.

Anmeldung eines Zweitwohnsitzes

Wer fürs Studium in eine andere Stadt zieht, ohne daheim alle Zelte abzubrechen, begründet am Studienort vielfach einen Zweitwohnsitz. Dies gilt auch für Arbeitnehmer, die beispielsweise unter der Woche am Arbeitsort wohnen und an den Wochenenden in den Schoß der Familie zurückkehren, wo sich ihr Hauptwohnsitz befindet. Unabhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen ist eine Anmeldung des Zweitwohnsitzes stets ein absolutes Muss. Das deutsche Meldewesen macht hier keine Ausnahmen und erfasst nicht nur Haupt-, sondern auch Nebenwohnungen. Bürgerinnen und Bürger, die einen zweiten Wohnsitz beziehen, müssen daher unbedingt beim Einwohnermeldeamt vorstellig werden. Zuständig ist dabei das Einwohnermeldeamt der Gemeinde, in der sich der neu bezogene Zweitwohnsitz befindet.

Fristen und Unterlagen für den Zweitwohnsitz

Online oder beim Einwohnermeldeamt vor Ort stehen Formulare zur Verfügung, über die man einen Zweitwohnsitz anmelden kann. Dass das ausgefüllte Formular zum Termin beim Einwohnermeldeamt mitzubringen ist, steht außer Frage. Zusätzlich dürfen auch die folgenden Unterlagen nicht fehlen, damit die Anmeldung der Nebenwohnung auch tatsächlich vollzogen werden kann:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Meldeschein
  • Wohnungsgeberbestätigung

Weiterhin sind die Fristen für die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes zu beachten, die denen eines Hauptwohnsitzes entsprechen. Folglich bleiben Bürgerinnen und Bürgern nur zwei Wochen Zeit, um die Nebenwohnung anzumelden. Wird dies versäumt, können empfindliche Bußgelder erhoben werden.

Der Zweitwohnsitz und die Steuer

Der deutsche Staat pocht beharrlich auf die Wahrung der Meldepflicht und ist auch in Zusammenhang mit Nebenwohnungen kompromisslos. Die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes kann allerdings auch steuerliche Folgen haben, die für die Bürger aber in keiner Weise nachteilig sein müssen. Stattdessen kann ein Zweitwohnsitz durchaus mit Steuervorteilen einhergehen, denn die Nebenwohnung ist eine zusätzliche finanzielle Belastung, die steuerlich geltend gemacht werden kann. Neben der Miete können auch Fahrtkosten zwischen den Wohnsitzen als Werbungskosten abgesetzt werden.