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Arbeitsgericht: Fristen, Kosten und wer welchen Anwalt zahlt

Das Wichtigste in Kürze

Wir führen 111 Arbeitsgerichte in Deutschland mit Anschrift, Öffnungszeiten und Telefonnummer. Das Arbeitsgericht entscheidet über Streit aus dem Arbeitsverhältnis - Kündigung, Lohn, Zeugnis und Urlaub. In der ersten Instanz brauchen Sie keinen Anwalt. Dort erledigen Sie: Kündigungsschutzklage, Ausstehenden Lohn einklagen, Arbeitszeugnis erstreiten.

Arbeitsgericht - Symbolbild
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Arbeitsgericht in Deutschland

111 Standorte. Ein Klick auf einen Punkt führt zur jeweiligen Seite. Karte über unseren eigenen Kartendienst - es werden keine Daten an fremde Anbieter übertragen. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL).

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Was möchten Sie erledigen?

Was Sie hier erledigen können

Kündigungsschutzklage

Wer eine Kündigung für unwirksam hält, muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage erheben (§ 4 Kündigungsschutzgesetz). Verstreicht die Frist, gilt die Kündigung von Anfang an als wirksam (§ 7 KSchG) - auch dann, wenn sie in der Sache angreifbar gewesen wäre.

Das brauchen Sie

Gebühr
im Urteilsverfahren erster Instanz wird die Klage ohne Gebührenvorschuss zugestellt
Dauer
Frist: drei Wochen ab Zugang

Ausstehenden Lohn einklagen

Streit über Arbeitsentgelt, Überstunden, Urlaubsabgeltung oder Provision gehört vor das Arbeitsgericht (§ 2 Arbeitsgerichtsgesetz). Achten Sie auf Ausschlussfristen im Arbeits- oder Tarifvertrag - die sind oft deutlich kürzer als die gesetzliche Verjährung.

Das brauchen Sie

Gebühr
nach dem Streitwert, ohne Vorschusspflicht
Dauer
Güteverhandlung meist innerhalb weniger Wochen

Arbeitszeugnis erstreiten

Auch der Anspruch auf ein Zeugnis und auf dessen Berichtigung wird vor dem Arbeitsgericht durchgesetzt. Streitgegenstand ist dann die einzelne Formulierung.

Das brauchen Sie

Gebühr
nach dem Streitwert
Dauer
nach Terminierung

Vor dem Gang zum Arbeitsgericht

Sechs Punkte, bei denen es auf Tage ankommt. Zum Abhaken - die Häkchen werden nicht gespeichert.

Leerer Sitzungssaal eines Arbeitsgerichts mit Richtertisch und Parteitischen
Erste Instanz: Jede Seite trägt ihre Anwaltskosten selbst, auch wer gewinnt (§ 12a ArbGG). Die Kündigungsschutzklage muss binnen drei Wochen erhoben sein.

Wenn es weitergeht: der Instanzenzug

Arbeitsgerichterste Instanz - kein AnwaltszwangLandesarbeitsgerichtBerufung - VertretungszwangBundesarbeitsgerichtRevision - Erfurt

Der Weg von unten nach oben. Rechtsmittel sind an Fristen gebunden. Die Berufung zum Landesarbeitsgericht ist an einen Monat ab Zustellung des Urteils gebunden. Grundlage: §§ 8, 64 und 72 Arbeitsgerichtsgesetz.

Wann brauche ich das Arbeitsgericht?

Vor dem Besuch

Häufige Fragen

Wer zahlt den Anwalt, wenn ich vor dem Arbeitsgericht gewinne?
Sie selbst. In Urteilsverfahren des ersten Rechtszugs besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Erstattung ihrer Anwaltskosten (§ 12a Abs. 1 ArbGG). Das ist der wichtigste Unterschied zum Zivilprozess vor dem Amtsgericht. Der Anwalt muss vor dem Mandatsvertrag ausdrücklich darauf hinweisen. Ab der zweiten Instanz gilt die Regel nicht mehr.
Wie lange habe ich Zeit für eine Kündigungsschutzklage?
Drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung (§ 4 Satz 1 KSchG). Versäumen Sie die Frist, gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam, auch wenn sie angreifbar war (§ 7 KSchG). Eine nachträgliche Zulassung gibt es nur, wenn Sie trotz zumutbarer Sorgfalt verhindert waren; der Antrag ist binnen zwei Wochen nach Wegfall des Hindernisses und spätestens sechs Monate nach Fristende möglich (§ 5 KSchG).
Was kostet ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht?
Anders als im Zivilprozess wird kein Gerichtskostenvorschuss verlangt: Die Vorschussregeln des Gerichtskostengesetzes gelten in Arbeitssachen nicht (§ 11 GKG). Die Gebühr richtet sich nach dem Streitwert, und der ist beim Streit über den Bestand des Arbeitsverhältnisses auf höchstens ein Vierteljahresentgelt gedeckelt; eine Abfindung wird nicht hinzugerechnet (§ 42 Abs. 2 GKG).
Brauche ich vor dem Arbeitsgericht einen Anwalt?
In der ersten Instanz nicht: Sie dürfen den Rechtsstreit selbst führen (§ 11 Abs. 1 ArbGG). Vertreten dürfen Sie außerdem Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, wenn Sie Mitglied sind (§ 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 ArbGG). Vor dem Landesarbeitsgericht und dem Bundesarbeitsgericht besteht dagegen Vertretungszwang (§ 11 Abs. 4 ArbGG).
Welches Arbeitsgericht ist zuständig, wenn ich im Homeoffice arbeite?
Bei Streit aus dem Arbeitsverhältnis ist auch das Arbeitsgericht zuständig, in dessen Bezirk Sie gewöhnlich Ihre Arbeit verrichten oder zuletzt verrichtet haben (§ 48 Abs. 1a ArbGG). Lässt sich ein gewöhnlicher Arbeitsort nicht feststellen, ist das Gericht zuständig, von dessen Bezirk aus Sie gearbeitet haben. Der Sitz des Betriebs bleibt daneben möglich - Sie haben also oft die Wahl.
Was passiert in der Güteverhandlung?
Jedes Verfahren beginnt mit einer Güteverhandlung vor der oder dem Vorsitzenden allein, die das gesamte Streitverhältnis mit den Parteien erörtert (§ 54 Abs. 1 ArbGG). Viele Verfahren enden hier mit einem Vergleich. Bleibt sie erfolglos, schließt sich die streitige Verhandlung an oder es wird alsbald ein Termin bestimmt. Erscheint keine der Parteien, ruht das Verfahren (§ 54 Abs. 5 ArbGG).
Kann ich gegen das Urteil des Arbeitsgerichts vorgehen?
Ja, mit der Berufung an das Landesarbeitsgericht. Sie ist möglich, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 600 Euro übersteigt, wenn es um Bestand oder Kündigung des Arbeitsverhältnisses geht oder wenn das Arbeitsgericht sie zugelassen hat (§ 64 Abs. 2 ArbGG). Die Frist beträgt einen Monat ab Zustellung des vollständigen Urteils, die Begründungsfrist zwei Monate (§ 66 Abs. 1 ArbGG).

Arbeitsgericht: Orte nach Bundesland

Verwaltungsgrenzen: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (VG250, Datenlizenz Deutschland - Namensnennung 2.0).

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